Konkurse FAQ

1. Wo muss man die Konkurseröffnung verlangen?

Im Kanton Basel-Landschaft ist das Konkursbegehren beim Zivilkreisgericht am Wohnort oder am Sitz der Schuldnerin respektive des Schuldners zu stellen.

2. Was passiert, wenn das Erbe ausgeschlagen wird?

Schlagen alle Erben die Erbschaft aus, eröffnet die zuständige Behörde die konkursamtliche Liquidation der Erbschaft. Das vorhandene Vermögen wird nach den Regeln des Konkurses an die Gläubiger verteilt.

3. Welche Auswirkungen und Folgen können Mängel in der Organisation einer Gesellschaft haben?

Die zuständige Behörde kann die Gesellschaft bei bestehenden Mängeln in der Organisation gemäss Art. 731b OR auflösen und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs anordnen.

 3.1. Welches Rechtsmittel steht den Gesellschaftsorganen bei einer angeordneten Liquidation gemäss Art. 731b OR zur Verfügung?

Die betroffenen Organe haben die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung beim dafür zuständigen Gericht einzulegen.

4. Was bewirkt die Konkurseröffnung über eine natürliche oder eine juristische Person?

Die Konkurseröffnung über eine natürliche oder eine juristische Person bewirkt, dass sämtliches pfändbare Vermögen, das dem Schuldner zur Zeit der Konkurseröffnung gehört oder ihm während des Konkursverfahrens zufällt, eine Konkursmasse bildet und der Schuldner mit Konkurseröffnung nicht mehr gültig über sein Vermögen verfügen darf.

Die Konkurseröffnung wird öffentlich im SHAB und im Kantonalen Amtsblatt publiziert. Es gilt das Publizitätsprinzip.

Forderungen, welche zur Konkursmasse gehören, können gemäss Art. 205 SchKG nach Konkurseröffnung nicht mehr durch Zahlung an den Schuldner getilgt werden. Eine solche Zahlung bewirkt nur insofern Befreiung, als das Geleistete tatsächlich in die Konkursmasse gelangt.

4.1. Welche rechtlichen Optionen stehen den betroffenen Schuldnern zur Verfügung?

Die betroffenen Schuldner haben die Möglichkeit, gegen die Konkurseröffnung Beschwerde beim dafür zuständigen Gericht zu erheben.

Wichtig: Die Beschwerde hemmt die Wirkungen der Konkurseröffnung grundsätzlich nicht.

Die Wirkungen der Konkurseröffnung können nur gehemmt werden, wenn der Beschwerdeführer einen begründeten Antrag auf aufschiebende Wirkung bei der Rechtsmittelinstanz stellt und diese vom Gericht gewährt wird. Die genauen Voraussetzungen sind der Rechtsmittelbelehrung des Konkursdispositivs zu entnehmen. Eine Aufhebung der Konkurseröffnung ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Die genauen Bedingungen gibt das Gericht bekannt.

5. Ab wann können Gläubiger ihre Forderungen anmelden?

Forderungen können im Konkursverfahren grundsätzlich jederzeit eingegeben werden. Werden die Forderungen jedoch nach der publizierten Anmeldefrist eingereicht, so haben die Gläubiger allfällige Mehrkosten selbst zu tragen. Ansonsten ist die Forderungseingabe im Konkurs kostenfrei.

6. Welche Konsequenzen und Auswirkungen können nach Abschluss der Konkursliquidation im Konkurs einer natürlichen Person (Insolvenzverfahren) eintreten?

Der Schuldner ist nach Abschluss der Konkursliquidation nicht schuldenfrei. Die Schulden bestehen weiterhin. Nach Abschluss des Verfahrens können die Gläubiger wieder eine Betreibung einleiten.

Erhebt der Schuldner einen sogenannten Rechtsvorschlag mangels neuen Vermögens gegen die neu eingeleitete Betreibung, stellt das Gericht den Umfang des neuen Vermögens des Schuldners fest. Nur im Umfang dieses neuen Vermögens ist dann grundsätzlich eine Pfändung möglich.