Das Bruderholzspital braucht es auch in Zukunft

17.03.2011
Mehrfach haben Parlament und Volk in den letzten Jahren bestätigt, dass es das Bruderholzspital für die Versorgung der Baselbieter Bevölkerung braucht. Falsch sind Behauptungen in Medien und auf Wahlpodien der letzten Wochen, wonach ein Neubau des Bruderholzspitals nicht bezahlbar und der Bedarf für dieses Spital nicht seriös abgeklärt worden sei.
 
Das Projekt für den Neubau des Kantonsspitals Bruderholz stützt sich auf mehrere Beschlüsse von Regierung, Landrat und Volk in den letzten Jahren. Bereits im Strategiebericht der Regierung vom November 2003 wird das Bruderholzspital angesichts zunehmender Fallzahlen, einer hohen Auslastung und einer günstigen Kostenstruktur als unverzichtbar für die Baselbieter Spitalversorgung bezeichnet. Nicht in Frage kam schon damals ein Spitalverbund mit Basel-Stadt aufgrund nicht absehbarer Kostenfolgen. Der Landrat stimmte dieser Strategie im April 2004 mit grossem Mehr zu. Wenige Wochen später bestätigte das Baselbieter Stimmvolk diese Versorgungsstrategie, indem es die Spitalinitiative mit über 67 Prozent Nein-Stimmen ablehnte.
 
In einem gemeinsamen Bericht vom September 2005 bekennen sich die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt zu einer weiterhin partnerschaftlichen Spitalversorgung, wobei die Kantonsspitäler beider Kantone weiter betrieben werden sollen. Beide Regierungen sagten, für die Versorgung des unteren Baselbiets sei ein Spital mit einer erweiterten Grundversorgung zwingend notwendig, was einem Bekenntnis für das Bruderholzspital gleichkommt. Der Landrat nahm den Bericht mit 77:0 Stimmen zur Kenntnis und hiess damit die Versorgungsstrategie der Regierung und des damaligen Gesundheitsdirektors Erich Straumann gut.
 
In logischer Konsequenz dieser von Parlament und Volk legitimierten Versorgungsstrategie und nach vielen Diskussionen über Standorte und Bettenzahlen hiess das Parlament im November 2007 den Projektierungskredit für den Neubau des Bruderholzspitals am bisherigen Standort mit 67:9 Stimmen gut. Im Mai 2009 wurde das Projekt für Sanierung und Erweiterung des Bruderholzspitals sowie für das neue Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation beider Basel ausgewählt.
 
Dass es das Bruderholzspital mit einer Auslastung von 90 Prozent auch in Zukunft braucht, bestätigt die gemeinsame Versorgungsplanung der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn vom Oktober 2010, die mit weiter steigenden Fallzahlen rechnet. So werden bis 2020 total 47'000 Patienten allein im Kanton Baselland prognostiziert. Für das Bruderholzspital weist der Bericht einen Marktanteil an allen öffentlichen und privaten Spitälern im Baselbiet von über 30 Prozent aus.
 
Die mittlerweile vier Jahre alte Kostenschätzung rechnet für den Neubau des Bruderholzspitals mit Investitionen von 386 Millionen Franken. Für das Geriatriezentrum werden die Investitionskosten auf 265 Millionen Franken geschätzt, wobei diese Kosten von Baselland und Basel-Stadt geteilt werden. Die in Medien und an Wahlpodien immer wieder genannten 800 Millionen Franken vermitteln den falschen Eindruck, allein der Neubau des Bruderholzspitals koste soviel. Das ist falsch. Richtig ist, dass während der Detailprojektierung zahlreiche Wünsche die Kostenschätzung erhöht haben.
 
Zudem wird erst im Herbst 2011 bekannt sein, wie hoch die Erträge durch die Fallpreispauschalen sein werden und damit der Anteil für Spitalinvestitionen. Darum lässt Gesundheitsdirektor Peter Zwick derzeit das Neubauprojekt für das Bruderholzspital von einer externen Firma überprüfen mit dem Ziel, dass das Spital so gebaut wird, dass es mit den Fallpreispauschalen finanziert werden kann. Dabei geht es nicht darum, ob das Bruderholzspital am bisherigen Standort gebaut wird. Es geht darum, wie der Kanton ein funktionelles Spitalgebäude auf dem Bruderholz bauen kann.
 
Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Informationsdienst
 
Auskünfte:
Thomas Lüthi, Informationsbeauftragter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Telefon 079 782 45 98
 
Liestal, 17. März 2011