Neue gemeinsame Life-Sciences-Strategie verabschiedet

22.06.2011
Die neue, von der Handelskammer beider Basel in Zusammenarbeit mit den Kantonen BS und BL erarbeitete Strategie für eine starke Klinische Forschung und Wachstum im Bereich Life Sciences der Region Basel, wurde an der gemeinsamen Regierungsratssitzung vom 21. Juni verabschiedet und erhält damit einen verbindlichen Charakter. Das Strategiepapier führt die seit 2007 gültige gemeinsame Life-Sciences-Strategie weiter und beinhaltet mit Verantwortlichkeiten und Fristen definierte Massnahmenpakete sowie klare Forderungen an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Life-Sciences-Industrie am Standort Basel weist eine überdurchschnittlich hohe Leistungsfähigkeit auf und gehört im weltweiten Vergleich zu einem der führenden Life Sciences Clusters. Wesentlich zu dieser hervorragenden Platzierung beigetragen hat die Umsetzung der von den beiden Basler Kantonen und der Handelskammer beider Basel jeweils gemeinsam getragenen Life-Sciences-Strategien aus den Jahren 2004 und 2007. Praktisch alle festgelegten Massnahmen konnten in den vergangen Jahren erfolgreich umgesetzt werden. Die bisher erzielten Erfolge und Forstschritte dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Life Sciences-spezifischen Rahmenbedingungen laufend optimiert werden müssen.
Die neue gemeinsame Life-Sciences-Strategie greift den bestehenden Handlungsbedarf auf und setzt die aus dem vergangenen Strategiepapier „Innovation und Wachstum“ ambitiöse Zielsetzung fort. Es gilt als Region Basel
  1. einen Spitzenplatz als Life-Sciences-Region in Europa zu behaupten und weltweit mit den besten Regionen vergleichbar zu sein sowie
  2. bei der Entstehung junger Life-Sciences-Firmen und der Entwicklung von Life-Sciences-KMU an Dynamik zu gewinnen, d.h. innerhalb der Schweiz die Spitzenposition zu erreichen und innerhalb Europas zur Spitzengruppe der bedeutendsten Standorte vorzustossen.
Klinische Forschung im Fokus
Unter dem Titel „für eine starke Klinische Forschung und Wachstum im Bereich Life Sciences in der Region Basel“ beinhaltet das Strategiepapier neun Hauptforderungen (siehe Kasten), mit denen die Zielsetzungen erreicht werden sollen. Neu soll mit dem Strategiepapier insbesondere eine Stärkung der Klinischen Forschung am Platz Basel sowie eine Optimierung der Patientenversorgung mittels verstärkter Zusammenarbeit und Aufgabenteilung unter den Spitälern der Nordwestschweiz angestrebt werden. Insbesondere für die in der Region ansässigen Life-Sciences-KMU ist es wichtig, in der Nordwestschweiz exzellente Partner für die Klinische Forschung vorzufinden, da diese ihre Studien nicht ohne weiteres international platzieren können.

Hauptforderungen und Massnahmen:
Aufbau eines Zentrums für Klinische Forschung am Universitätsspital Basel
Die Wirtschaft unterstützt den geplanten Aufbau eines „Clinical Research Centers“ am Universitätsspital Basel. Es soll ein starkes Klinisches Forschungszentrum entstehen, das nicht nur Infrastrukturen und Services anbietet, sondern auch klare Qualitätsstandards vorgibt, Kompetenzen bündelt und die Ausschöpfung von Synergieeffekten erlaubt.

Netzwerk für Klinische Forschung in der Nordwestschweiz
1. Aufbau eines regionalen Netzwerks für Klinische Forschung mit den Universitätsspitälern Basel sowie dem Kantonsspital Baselland und anderen Spitälern der Nordwestschweiz.

Stärkung der lokalen und nationalen Rahmenbedingungen für Klinische Forschung
2. Evaluation des Prinzips „Dual Leadership“ im Universitätsspital Basel und im Universitätskinderspital beider Basel sowie in der Universitären Psychiatrischen Klinik Basel und Förderung des Forschungsnachwuchses.
3. Gewährleistung nationaler Rahmenbedingungen für eine kompetitive Klinische Forschung in der Schweiz.

Bildung komplementärer Schwerpunkte der regionalen Spitäler in der Nordwestschweiz
4. Bildung komplementärer Schwerpunkte zwischen den Universitätsspitälern Basel und dem Kantonsspital Baselland sowie anderen Spitälern der NWCH.
5. Aufbau eines regionalen Kompetenzzentrums für Geriatrie und regenerative Medizin

Wissens- und Technologietransfer sowie Stimulierung von Unternehmensgründungen
6. Effizienzsteigerung des Wissens- und Technologietransfers und Erhöhung der Zahl und Qualität von Start-up-Projekten

Stärkung der regionalen Hochschulen im Bereich Life Sciences
7. Sicherstellung der Finanzierung der nationalen Forschungsinitiative SystemsX.ch für die Periode 2013-2016
8. Fristgerechte Realisierung des Life Sciences Campus in Muttenz gemäss ursprünglichem Projekt

Verbesserung der regionalen, nationalen und internationalen Position der Life-Sciences-Region Basel
9. Starke Positionierung der NWCH im Konzept des nationalen Innovationsparks

> Life-Sciences-Strategie [PDF]

Weitere Auskünfte:
  • RR Peter Zwick: Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Tel. 061 925 56 03
  • RR Christoph Brutschin: Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt Basel-Stadt, Tel. 061 267 85 40
  • RR Carlo Conti: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, Tel. 061 267 95 21
  • Samuel Hess: Amt für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt, Tel. 061 267 85 38
  • Simon Schmid: Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Tel. 061 552 56 93
  • Michael Plüss: Präsident Life Sciences Kommission der Handelskammer beider Basel, Tel. 079 596 14 34