Projektierungskredit für ein gemeinsames Kompetenzzentrum für Geriatrie

05.01.2009
Die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft beantragen ihren Par­lamenten die Genehmigung eines Verpflichtungskredits von je 8,9 Millionen Franken für die Projektierung eines gemeinsamen Kompetenzzentrums für Geriatrie und Reha­bilitation auf dem Areal Bruderholz. Gesamthaft entstehen dort 436 Betten. Die Kanto­ne versprechen sich davon Synergien und auch in andern Bereichen eine noch inten­sivere Zusammenarbeit.

Dem Entscheid der beiden Regierungen von Ende Dezember 2008 waren vielfältige Gesprä­che vorangegangen. Bereits im September 2005 hielten die Kantone in einem gemeinsamen Bericht fest, dass die geriatrische Versorgung in beiden Kantonen von einer gemeinsamen Bedarfsplanung auszugehen habe, was auch von den Parlamenten so zur Kenntnis genom­men worden war.

Einen Schritt weiter ging man im Jahre 2006 mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung für ein gemeinsames Geriatriespital auf dem Areal des Bethesda-Spitals. Der Baselbieter Landrat verlangte jedoch – neben dem Standort Bethesda, die Prüfung einer Variante auf dem Bruderholz. Dies löste weitere Gespräche aus.

Bereits im Juli 2008 kamen die beiden Regierungen zum Schluss, dass das gemeinsame Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation auf dem Beruderholz zu verwirklichen sei. Dort werden die bisherigen Geriatrie- und Rehabilitationsbetten des Felix Platter-Spitals und des Kantonsspitals Bruderholz zusammengezogen. Aufgrund der Bedarfsplanung in beiden Kantonen entsteht so ein Komplex mit 436 Betten. Im Gegenzug wird in Erwägung gezogen, dem Bethesda-Spital für den Bereich Rheumatologie einen Leistungsauftrag zu er­teilen.

Gleichzeitig mit dem neuen Kompetenzzentrum baut der Kanton Basel-Landschaft einen Er­satz für das bald 40-jährige Kantonsspital Bruderholz mit neu nur noch 280 stationären Bet­ten für die erweiterte Grundversorgung – ohne Geriatrie und Rheumatologie. Heute umfasst das Bruderholzspital rund 400 Betten. Dank dieser räumlichen Nähe - aber einer kostenmäs­sigen Trennung - entstehen für beide Seiten beachtliche Synergien.

So soll es beispielsweise nur eine Notfallaufnahme geben, die meisten Untersuchungen (z.B. Endoskopie, Kardiologie, Urologie) kann das Kantonsspital Bruderholz für stationäre und ambulanten Patientinnen und Patienten auch des neuen Kompetenzzentrums erbringen. Gemeinsam genutzt werden kann das bestehende Zentrallabor und die Apotheke. Auch Leistungen im Servicebereich werden, soweit zweckmässig, zusammengefasst. Die Speisen werden beispielsweise zentral aufbereitet. Kurze Wege gelten als Prinzip - auch beispiels­ weise für die Personalrestaurants.

Die beiden Basel setzen mit dem neuen Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation die schon oft erprobte Zusammenarbeit bei öffentlichen Aufgaben mit gemeinsam getrage­nen selbständigen Institutionen fort.

Erinnert sei an das naheliegende Beispiel des Universitätskinderspitals UKBB, an die Motor­fahrzeugprüfstation, die Fachhochschule beider Basel, die Ingenieurschule beider Basel und die vor einem Jahr entstandenen Schweizer Rheinhäfen.

Das Leistungsangebot des heutigen Geriatrischen Kompetenzzentrums des Felix Platter Spi­tals und das heutige Leistungsangebot des Kantonsspitals Bruderholz im Bereich Geriat­rie/Rehabilitation sollen daher aus den kantonalen Verwaltungen ausgegliedert werden. Sie sind als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit und dem Recht auf Selbstverwaltung zu konstruieren. Getragen werden sie von den beiden Kantonen.

Ende 2010 will man den Parlamenten die Baukreditvorlage mit detaillierter Kostenschätzung vorgelegen können. Zur gleichen Zeit werden auch Ergänzungen zu den kantonalen Ge­sundheits- und Spitalgesetzen vorliegen sowie der entsprechende Staatsvertrag. Diese ge­nannten Grundzüge werden im Detail vorher ausformuliert.

Für das gemeinsame Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation sind in beiden Kan­tonen Bedarfsplanungen zur professionellen geriatrischen Betreuung betagter Menschen durchgeführt worden. Da der Bedarf pro Kanton sich im Laufe der Jahre wohl unterschiedlich entwickelt, kann in einem gemeinsamen Zentrum die steigende Nachfrage im einen Kanton dank einem allfälligen Überangebot im Partnerkanton ausgeglichen werden. Die genannte Bettenzahl für das gemeinsame Kompetenzzentrum stützt sich auf solche detaillierte Be­rechnungen.

Wenn beide Parlamente zustimmen, dann kann von einem Baubeginn in der 2. Hälfte des Jahres 2011 ausgegangen werden. Als erstes muss vom Ablauf her das Akutspital Bruder­holz angegangen und fertig gestellt werden, damit die auch vom Geriatriezentrum genutzten Infrastrukturen bereit gehalten werden können.

Der Rohbau des Geriatriezentrums muss danach so rasch als möglich nachgezogen werden, um einen optimalen und kostengünstigen Baubetrieb zu gewährleisten.

Aus dem bereits laufenden Wettbewerbsverfahren für das Bauvorhaben mit beiden Spitälern auf dem Bruderholz wird im Mai 2009 - aus den noch vier verbliebenen Planern - das Sie­gerprojekt erkoren. Dieses soll den definitiven Auftrag zur Ausarbeitung der Vorprojekt- und Projektphasen erhalten.

Weitere Auskünfte:
Regierungsrat Peter Zwick, Vorsteher Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion BL, Telefon 061 552 56 03
Regierungsrat Dr. Carlo Conti, Vorsteher Gesundheitsdepartement BS, Telefon 061 267 95 23

Liestal / Basel, 5. Januar 2009